Auf dem Rücken von Pferden fühlt sie sich geborgen

  

 

 

«In der Seele des

Pferdes findest du Saiten,

die lange in dir nachklingen.»

Gunnar Arnarson

 

 

Tiere nehmen im Leben von Maria Andrea einen bedeutenden Platz ein. Ob Pferde, Hunde, Katzen oder Hasen – Vierbeiner sind für sie weit mehr als treue Weggefährten: Sie sind ein Lebenselixier. 

 

In ihrem Buch «Denn unser Leben ist tierisch lustig» erzählt die Autorin aus der Pfalz  in abwechslungsreichen, spannenden Kurzgeschichten von den alltäglichen Überraschungen mit ihren Tieren.

 

Die Geschichten sind meist lustig, manchmal auch traurig, aber immer zum Schmunzeln. Da ich Tiere auch sehr liebe, haben diese Erzählungen bei mir den Wunsch geweckt, Maria Andrea etwas besser kennenzulernen, etwas mehr über sie zu erfahren.

 

So habe ich Kontakt zu ihr aufgenommen und sie gefragt, ob ich ihr einige Fragen stellen dürfe. Und siehe da – es hat geklappt.

 

Daniela Sattler: Vielen Dank Maria Andrea, dass du dich so spontan dazu bereit erklärt hast, dieses Interview mit mir zu machen. Da wir uns ja bereits in verschiedenen Xing-Gruppen ausgetauscht haben, erlaube ich mir jetzt einfach ein respektvolles DU … Ist das für dich in Ordnung?

 

Maria Andrea: Liebe Daniela, herzlichen Dank für deine liebe Interview-Anfrage, über die ich mich sehr freue! Selbstverständlich ist das DU völlig in Ordnung.

 

Denn ihr Herz gehört den Pferden

 

D.S.: Nach der ersten grossen Leidenschaft im Leben befragt, erinnern sich viele Frauen nicht an den Namen ihres ersten Schwarms, sondern an den, ihres ersten Tiers. So, denke ich, ist es bestimmt auch bei dir? Vermutlich ist es der Name eines Pferdes, an den du dich spontan erinnerst?

 

M.A.: Genauso ist es! Die erste Begegnung mit einem Pferd hatte ich im zarten Alter von sechs Jahren. Damals hat mich mein Papa auf eine ein Meter siebzig grosse Warmblutstute namens «Anke» gesetzt und es war um mich geschehen! Ich habe mich auf Anke so wohl und so geborgen gefühlt, dass ich gar nicht mehr von ihrem Rücken runter wollte. Zum Leidwesen meiner Eltern, die mit Pferden überhaupt nichts anfangen konnten. 

 

D.S.: In deinem ersten Buch «Denn auch im Himmel will ich reiten» erzählst du die Geschichte von deinen eigenen Pferden Frilly und Cheyenne. Sie erkrankten quasi von heute auf morgen sehr schwer und dir wurde bewusst, dass sie dem Tod jeden Tag einen Schritt näherkamen. War das der Zeitpunkt, an dem du dich fürs Schreiben entschieden hast? Oder hast du früher schon gerne geschrieben? Ich finde deine Pferderomane sehr berührend und als ich sie las, hatte ich das Gefühl durch die Geschichten auch viel über dich zu erfahren. Du scheinst in deinen Büchern einiges zu verarbeiten? Sehe ich das richtig?

 

M.A.: Als Frilly und Cheyenne so krank wurden, war das für mich eine ganz schlimme Zeit, weil mir von jetzt auf nachher klar war, dass ich nun beide in den Tod begleiten werde. Ich konnte plötzlich beide nicht mehr reiten. Auch Bodenarbeit war schwierig, weil beide in ihrem Bewegungsapparat extrem eingeschränkt waren. Ich konnte sie massieren und mit ihnen grasen gehen. Beim Grasen lassen hatte ich sehr viel Zeit nachzudenken und dabei hatte ich all unsere schönen Erlebnisse immer wieder vor Augen. Ich fing an diese aufzuschreiben. Und dann kam der eigentliche Auslöser für meinen Roman «Denn auch im Himmel will ich reiten»: Cheyennes Todestag. Dieser Tag und vor allem ihr Gehen waren für mich so schmerzlich berührend, dass ich einen Weg finden musste, ihren Verlust zu verkraften.

 

Meine Romane sind autobiographisch, weil ich durch sie vieles, was mich im Leben bewegt – im Positiven wie im Negativen – verarbeiten kann. Insofern hast du absolut Recht, liebe Daniela, der Leser erfährt durch meine Romane auch sehr viel über mich, die Autorin.

 

 

«Aufgrund unserer hauptberuflichen Tätigkeiten

haben wir einen ausgesprochen ausgefüllten Tag, der selten vor Mitternacht endet.»

 

 

D.S.: Du hast mir einmal erzählt, dass du dein Leben mit deinem Mann UND deinen Tieren teilst . Besitzt ihr einen Hof, oder wie dürfen wir uns das vorstellen?

 

M.A.: Mein Mann und ich leben gemeinsam mit unseren Vierbeinern auf einem

ehemaligen Bauernhof. Das heisst, wir stehen sprichwörtlich mit den Hühnern um fünf Uhr in der Früh auf und haben nicht zuletzt auch aufgrund unserer hauptberuflichen Tätigkeiten einen ausgesprochen ausgefüllten Tag, der selten vor Mitternacht endet.

 

Alltägliche Erlebnisse bieten guten Schreibstoff

 

D.S.: Als Kind habe ich die Bücher der neuseeländische Bestsellerautorin Mary Scott verschlungen. Ich glaube nicht, dass du ihre Romane kennst, denn Mary Scott lebte von 1888 bis 1979 und ihre Bücher sind in deutscher Sprache grösstenteils in den 1960er-Jahren erschienen.

 

Die Geschichten handeln übrigens vorwiegend von jungen Frauen, die sich (meist im rauen Schafzucht-Business) im Hinterland von Neuseeland bewähren müssen und dabei auch einen Mann (und Kinder!) kriegen.

 

Die National Zeitung Basel kommentierte ihre Werke folgendermassen: «Dass Humor am besten über manches Ärgernis hinweghilft, beweist uns Mary Scott mit ihrer fröhlichen Erzählergabe; sie würzt alles mit einem Schussgelungener Situationskomik und erreicht damit, dass sie ihren Lesern uneingeschränkte Freude bereitet.» (Quelle Wikipedia)

 

Mir kommt da ganz spontan deine Erzählung von der «sympathischen Stimme» aus dem Buch «Einsteigen – Losfahren – Lesen». Die Geschichten in diesem Buch sind ja quasi auf dem Weg zur Arbeit entstanden?

 

M.A.: Genauso ist es. Ich pendle täglich mit dem Zug zur Arbeit und werde immer wieder mehr oder weniger freiwillig Hör- und Augenzeuge ganz unterschiedlicher Begebenheiten, aus denen ich meine Kurzgeschichten

bastle und wie Mary Scott diese mit viel Witz und der passenden Portion Ironie

in Kombination mit einer grossen Prise Emotion würze.

 

 

«Für so manche Geschichten schreibe ich

auch gerne die Nacht hindurch …»

 

 

D.S.: Tiere wollen ja auch, dass wir Menschen uns richtig um sie kümmern. Das

kann teilweise viele Zeit in Anspruch nehmen? Wie schaffst du das? Wann

schreibst du, wenn du noch so viel arbeitest? Wünschst du dir nicht manchmal,

dich nur noch um die Tiere kümmern und schreiben zu können?

 

Der Traum einer jeder Autorin, eines jeden Autors

 

M.A.: Mein Tag beginnt wie gesagt sehr früh, weil ich mich bereits vor der

Arbeit um meine Vierbeiner kümmere. Und auch nach der Arbeit gehört erst einmal jede freie Minute von meinem Mann und mir unseren Vierbeinern. Wir unternehmen vieles gemeinsam und teilen uns auch die Haus- und Hofarbeit, so dass wir trotz der Arbeit viel Zeit miteinander verbringen können.

 

Meine Geschichten schreibe ich meist auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Nachhauseweg auf. Und oftmals auch am späten Abend, wenn mir gerade wieder etwas einfällt, das ich unbedingt gleich festhalten möchte. Da mir das Schreiben so unglaublich viel Spass macht und für mich sehr entspannend ist, merke ich abends oft gar nicht wie die Zeit verfliegt! Für so manche Geschichten schreibe ich auch gerne die Nacht hindurch …

 

Ich denke, es ist der Traum einer jeden Autorin, eines jeden Autors vom Schreiben leben zu können. Allerdings ist es leider nicht jedem vergönnt. Bücher sind nun einmal Geschmacksache und ich schreibe nicht, um anderen zu gefallen, sondern weil ich Spass daran habe. Für mich ist es ein wunderbares Hobby, eine Leidenschaft, die ich mir hoffentlich bis ins hohe Alter erhalten kann.

 

 

«Kurzgeschichten entstehen meist schneller – je nachdem, wie viele Geschichten mir quasi über den Weg laufen.»

 

 

D.S.: Was liest du eigentlich gerne? Ich meine, wenn du überhaupt mal zum Lesen kommst? Hast du eine Lieblingsautorin/einen Lieblingsautor? Warum gerade sie/ihn? 

 

 

M.A.: Ich lese leidenschaftlich gerne Krimis und ganz besonders die regionalen

Krimis von Walter Landin. Ich durfte ihn vor Jahren persönlich kennen und

schätzen lernen. Sein spannender Schreibstil fesselt mich immer wieder und da

ich durch meine berufliche Tätigkeit den regionalen Bezug zu seinen Krimis

habe, sind diese für mich besonders lesenswert.

 

Aber auch Bücher wie «Das Café am Rande der Welt» von John Strelecky,

eine Erzählung über den Sinn des Lebens oder Francois Lelords Geschichten über «Hector» lese ich ebenso gerne wie historische Romane und

Tierbücher.

 

D.S.: Welches ist DEIN Lieblingsbuch, von jenen, die du geschrieben hast? Warum gerade dieses?

 

M.A.: Bei meinen eigenen Büchern haben «Denn auch im Himmel will ich reiten», «Denn mein Leben hat vier Hufe» und «Denn unser Leben ist tierisch lustig» aufgrund der autobiographischen Inhalte einen besonderen Stellenwert für mich.

 

D.S.: Wie lange dauert es (ungefähr) im Durchschnitt, bis du ein Manuskript geschrieben hast?

 

M.A.: Für einen Roman brauche ich in der Regel mindestens ein, eher zwei Jahre bis mein Manuskript steht. Die Kurzgeschichten entstehen meist schneller – je nachdem, wie viele Geschichten mir quasi über den Weg laufen.

 

Publikationen über Books on Demand

 

D.S.: Du publizierst deine Bücher über Books on Demand. Kannst du uns hier kurz erklären, wie das funktioniert und welche Vorteile das hat? Ist das teuer? Da kommt ja auch ein schönes Cover dazu? Und eventuell ein Lektor? Kannst du UNS ANDEREN SCHREIBERLINGEN etwas von deinen Erfahrungen berichten?

 

Es gibt ja auch heute noch viele Zuschussverlage, die darauf warten, den Autoren das Geld abzunehmen. Was rätst du jemandem, der ein Buch publizieren möchte? Worauf muss er achten?

 

M.A.: Was Zuschuss-Verlage angeht, habe ich keine Erfahrungen.

 

Ich publiziere über Books on Demand, weil ich hier als Autorin meine Vorstellungen von meinem Buch beginnend beim Cover bis zur inhaltlichen Gestaltung selbst verwirklichen kann.

 

Bei Books on Demand kann man ebenso ein Lektorat buchen wie bei anderen

Verlagen auch. Der Preis für eine Veröffentlichung ist abhängig von dem

Komfort, den du im Rahmen der Publikation und auch der Werbung haben möchtest.

 

Books on Demand bietet dir neben Formatvorschlägen passende Muster-Cover an, die du mit eigenen Bildern und Inhalten füllen kannst. Und wenn du dein Buch nur für dich selbst produzieren möchtest, geht das auch ganz  unkompliziert.

 

Mir persönlich gefällt bei Books on Demand, dass ich vom Cover bis zur inhaltlichen Buchgestaltung alles selbst machen kann. Ich experimentiere gerne rund um meine Bücher. Allerdings kann es dann auch wie bei «Fährste Zug, haste Spaß » passieren, dass die optische Buchgestaltung nicht ganz so gelingt – aber damit kann ich leben.

 

Ich weiss ausserdem, welche Kosten auf mich zukommen und wie hoch meine Beteiligung an einem verkauften Buch ist.

 

D.S.: Das neue Jahr hat gerade begonnen. 2012 ist dein Buch «Denn auch im Himmel will ich reiten» erschienen. 2013 kam dann «Denn mein Leben hat vier Hufe» auf den Markt und 2014 «Denn unser Leben ist tierisch lustig». In den Jahren 2016 und 2017 hast du die Leser mit deinen Büchern «Fährste Zug, haste Spaß» und «Einsteigen – Losfahren – Lesen» überrascht. Zwischendurch hast du auch Kalender gestaltet. Worauf dürfen sich deine Fans als Nächstes freuen? Hast du bereits Pläne? Arbeitest du schon an einem neuen Buch?

 

M.A.: Da das Leben um mich herum und damit auch mein eigenes Leben sich ständig verändert, kreisen meine Gedanken immer wieder um die Fortsetzung meiner Pferderomane. Momentan sammle ich hierfür Geschichten, allerdings fehlt mir der so wichtige rote Faden…

 

Insofern wird eine Fortsetzung noch ein Weilchen auf sich warten lassen müssen.

 

D.S.: Nun, dann wünschen wir dir weiterhin viel Freude am Schreiben, liebe Andrea. Möge dieses Weilchen für uns, deine Fans, nicht zu lange dauern. Alles Liebe und Gute, viel Glück und Erfolg!  

 

M.A.: Liebe Daniela, ich danke dir ganz herzlich für das Interview! Ich wünsche dir und deine Lieben nur das Beste, vor allem Gesundheit!

 

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Gerald Raubenheimer (Samstag, 27 Januar 2018 16:51)

    Tolles Interview ... da hab ich ja auch noch so einiges erfahren, was ich nicht wusste ��