«Sie hatte die schönsten blauen Augen»

 

 «Es gibt nichts Wunderbareres und Unbegreiflicheres und nichts, was uns fremder wird und gründlicher verloren geht als die Seele des spielenden Kindes»

Hermann Hesse

 

 

Was klingt schöner als ein helles, unbeschwertes Kinderlachen? Kinder lachen von Natur aus gern, denn sie können sich über die Kleinigkeiten des Alltags noch freuen. Kein Wunder, lassen sich Erwachsene gerne anstecken und lachen mit. Die Autorin Maria Andrea schildert in ihrem Gastbeitrag, wie ein kleines Mädchen Berufspendlern den Weg zur Arbeit versüsste.

 

Informationen zu den Büchern von Maria Andrea siehe hier. Mehr über die Autorin aus der Pfalz siehe Interview «Auf dem Rücken von Pferden fühlt sie sich geborgen» in diesem Blog.

 

Sie hatte die schönsten blauen Augen, die ich je gesehen hatte! Ihre Augen strahlten mit dem sanft wogenden, kristallklaren Meer um die Wette und zogen jeden, den sie mit ihrem Blick beglückte, mit ihrem koketten Augenaufschlag sofort in ihren Bann! Ihre blonden Locken ließen sie einem Engel gleich aussehen und wenn sie lachte formten sich kleine Grübchen bezaubernd um ihren Mund. Und sie lachte so gerne!

 

Jeden Mittwochmorgen freuten wir Berufspendler uns auf Haltestelle neun, an der die Kleine gemeinsam mit ihrer nicht weniger bezaubernden Mama einstieg. Meist sangen die Beiden beim Einsteigen fröhlich Kinderlieder und ihre kindliche Unbeschwertheit legte sich wie ein wärmender Mantel um unsere vom Berufsalltag gefrosteten Herzen. Ihre Leichtigkeit und Unbefangenheit zu hören und zu beobachten war Balsam für unsere vom Ernst des Lebens beschwerten Seelen.

 

Sie war höchstens drei oder vier Jahre alt. Wusste noch nichts von Schicksalsschlägen, Ängsten und Verlusten. Lebte im Hier und Jetzt. Mit ihrem kindlichen Zauber ließ sie ihrer Lebensfreude ungezügelt freien Lauf. Was gäbe ich darum noch einmal Kind zu sein!

Bild: Pixabay

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