«Sie hatte die schönsten blauen Augen»

 

 «Es gibt nichts Wunderbareres und Unbegreiflicheres und nichts, was uns fremder wird und gründlicher verloren geht als die Seele des spielenden Kindes»

Hermann Hesse

 

 

Was klingt schöner als ein helles, unbeschwertes Kinderlachen? Kinder lachen von Natur aus gern, denn sie können sich über die Kleinigkeiten des Alltags noch freuen. Kein Wunder, lassen sich Erwachsene gerne anstecken und lachen mit. Die Autorin Maria Andrea schildert in ihrem Gastbeitrag, wie ein kleines Mädchen Berufspendlern den Weg zur Arbeit versüsste.

 

Informationen zu den Büchern von Maria Andrea siehe hier. Mehr über die Autorin aus der Pfalz siehe Interview «Auf dem Rücken von Pferden fühlt sie sich geborgen» in diesem Blog.

 

Sie hatte die schönsten blauen Augen, die ich je gesehen hatte! Ihre Augen strahlten mit dem sanft wogenden, kristallklaren Meer um die Wette und zogen jeden, den sie mit ihrem Blick beglückte, mit ihrem koketten Augenaufschlag sofort in ihren Bann! Ihre blonden Locken ließen sie einem Engel gleich aussehen und wenn sie lachte formten sich kleine Grübchen bezaubernd um ihren Mund. Und sie lachte so gerne!

 

Jeden Mittwochmorgen freuten wir Berufspendler uns auf Haltestelle neun, an der die Kleine gemeinsam mit ihrer nicht weniger bezaubernden Mama einstieg. Meist sangen die Beiden beim Einsteigen fröhlich Kinderlieder und ihre kindliche Unbeschwertheit legte sich wie ein wärmender Mantel um unsere vom Berufsalltag gefrosteten Herzen. Ihre Leichtigkeit und Unbefangenheit zu hören und zu beobachten war Balsam für unsere vom Ernst des Lebens beschwerten Seelen.

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«Hommage an eine Mutter»

 

 

«Das Auge der Mutter ergründet das Kind bis in die

Tiefen des Herzens»

Johann Heinrich Pestalozzi  

Gastbeitrag v. Peter Štrba

 

 

Die eigene Mutter ist für die meisten der wichtigste Mensch im Leben. Kein Wunder, denn die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern ist etwas ganz Besonderes. Mit einem liebevollen Porträt sowie einem ergreifenden Gedicht, darf ich in meinem Blog einen besonders schönen Gastbeitrag publizieren:  Peter Štrbas berührende Hommage an seine Mutter Anna Štrba Sattler.

 

Sie war sensibel und hatte kein leichtes Leben

 

Meine Mutter, Anna Štrba Sattler, bleibt mir als friedensliebende und Harmonie stiftende Natur in Erinnerung. Ihre Gemüts- und Charaktereigenart war von sensibler Natur. Sie hatte kein leichtes Leben, denn sie musste manches Schicksal im Leben hinnehmen.

 

Als ältestes von fünf Geschwistern hatte sie bereits als Kind viel an Verantwortung für die Familie mitzutragen. Sie war eine gute Schülerin und lernte gerne. Aus diesem Grund empfahl ihr der Lehrer, sich für das Lehrerseminar zu bewerben. Doch Arbeitslosigkeit und die Armut der

Familie liessen dies nicht zu. So kam es dann, dass sie - kaum volljährig- in der Landis & Gyr als ungelernte Hilfskraft arbeiten musste, um die Familie finanziell zu unterstützen.

 

 

Die schwierigen Zeiten belasteten auch das Verhältnis ihrer Eltern, was ihr, als sensible Natur, besonders stark zu Gemüte schlug.

 

Als friedliebender Mensch hielt sie nach deren Scheidung, jedoch ihrem Vater

und ihrer Mutter, unparteiisch die Treue.

 

Auch die Machtspiele der Religionen musste sie schon früh erkennen. Katholisch erzogen, wollte ihr der Priester weismachen, dass nur Katholiken wahre Christen seien. Als sie dann einen evangelisch-reformierten Mann heiratete, wähnte er sie auf Teufels Wegen und drohte ihr mit der Hölle.

 

Von solchen Erlebnissen geprägt und immunisiert reifte in ihr eine Toleranz für alle Menschen heran, gleich welcher Etikettierung. Allzu schnelles Verurteilen, aufgrund eines oberflächlichen oder engstirnigen Kategorisierens war ihr fremd.

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